The Parlotones
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Parlotones: “Wir wollen auch in 20 Jahren noch rocken!”

Am 21-OKT feiern die Parlotones im Wiener Chelsea nicht nur das 20-jährige Band-Jubiläum sondern auch gleich die neue Hit-CD China, mit der man im August an Kulthits wie Push me To the Floor anschließt. Das WEGOTIT-Interview mit Frontmann Kahn Morbee zum Wien-Hit, zu den neue Songs und zum Band-Geburtstag.

Am 21. Oktober rocken Sie endlich wieder im Wiener Chelsea. Was darf man da erwarten?
Es wird musikalisch vielfältiger, weil wir erstmals auch eine Zusatzmusiker mit dabei haben. Die Show ist zugleich die Feier von 20 Jahren Parlotones und der neuen CD China, die wir ja im August veröffentlichen wollen. Also gibt’s das Beste von früher und das Beste von jetzt. Wir werden an die 30 Songs spielen. Davon mindestens 20 aus unserem Back-Katalog, die Fans werden also viel mitsingen können. Wir freuen uns schon sehr auf Wien.

Fühlt sich ihre Karriere wirklich wie 20 Jahre an?
Nein – ich kann mich noch an alles ganz genau erinnern, Die ersten Rehearsals, das erste Konzert, die erste internationale Tour. So als wäre es gestern gewesen. Und hesalb rate ich auch jeder Newcomer-band: Genießt den Moment, saugt alles auf, und läuft nicht eurem Träumen, der nächsten Tour oder dem nächsten Album hinterher.

Sie überlebten diese 20 Jahre sogar ganz ohne Line-Up-Änderungen. Was ja eine Seltenheit ist..
Wir haben erste jüngst einen Keyboard-Player engagiert, aber der ist eher ein Session-Musiker und singt ein bisschen Backgrund, aber sonst sind es die selben vier Typen die damals gestartet haben. Wir haben uns natürlich verändert. Wir sie alle älter geworden, maskuliner, haben Gewicht verloren und dann wider zugenommen, haben jetzt weniger Haare oder sogar mehr und tragen jetzt alle Bart. Scheinbar ist das das große Ziel nach 20 Jahren: alle brauchen einen Bart (lacht)

In diesen 20 Jahren gab’s nie die Angst dass einer von euch vieren hinwirft oder aussteigt? Kein großen Dramen?
Dass einzige Drama war nur unser Ex-Manager. Wegen dem wäre es fast zum Ende der Parlotones gekommen. Nur um einem Konflikt aus dem Wege zu gehen. Da gab’s diesen kleinen Moment wo echt das Ende im Raum stand. Das war ein Drama, aber keines zwischen uns vier. Nur mit dem Management und dem Plattenlabel. Das war eine giftige Situation, weil es mit denen überhaupt nicht ging. Aber das hat uns im Endeffekt als Band nur noch mehr zusammengeschweisst.

Wie sehr helfen die viele Solo-Projekte, dass die Parlotones wie zusammen bleiben?
Das ist sehr wichtig. In jeder Partnerschaft. Man sollte immer ein bisschen ausbrechen, um dann mit frischen Schwung und bereinigten Gedanken sich wieder der Sache annehmen.

Wird es die Parlotones weitere 20 Jahre geben?
Das ist das Ziel! Wir wollen auch in 20 Jahren noch rocken.! Der Plan für uns war immer die Langzeit-Karriere und nicht das One-Hit-Wonder. Es ist natürlich naiv zu glauben, dass man immer relevant bleiben wird. Oder so hungrig wie am Star. Aber dann denke ich mir wieder: warum denn nicht? Bei uns gibt es keine Ego-Probleme. Wir ziehen alle am selben Strang. Wir sind wie Brüdern. Natürlich kann wer sterben, oder krank werden, aber eigentlich wollen wir noch lange weiter machen: Wir stehen ja erst am Anfang.

Ist es nach 20 Jahren einfacher oder leichter neue Songs zu schreiben?
Das Songwriting ist immer einfach. Das ist meine große Leidenschaft. Das singen wird etwas schwerer, weil das an die Stimme geht. Und natürlich habe ich jetzt weniger Zeit, wegen der Kids und der Verantwortung. Aber wo ein Wille da auch ein Weg: ich schreibe ständig irgendwo Text-Teile , Ideen oder Chord-Strukturen nieder. Das ist wie ein riesiges Puzzle-Spiel. Die Fans wollen ja eigentlich dass du dich ständig wiederholst, dass du mehr oder weniger die selben Songs nochmal machst. Oder halt leicht abgeänderte Versionen. Doch das ist langweilig. Ich will lieber überraschen.

Wie überraschen Sie dann Ihre Fans mit den neuen Songs von China?
Es zieht sich natürlich der rote Faden der Parlotones durch und trotzdem klingt es frisch und neu. Dazu gibts Retro-Einflüsse, so wie an unseren früheren Alben wie Radiocontrolledrobot. Ein Sound von dem wir denken, dass er gefällt und dass er auch Radio-tauglich ist.

Warum der Titel China?
Der Grund ist relativ simple: zu einem 20-jährigen Jubiläum verschenkt man bei uns Porzellan, also China.

In einem ihrem letzen WEGOTIT-Interviews meinten, sie dass ihnen ein Welthit gut gefallen würde. Gibt’s den auf China ?
Es könnte sein. Wir haben jedenfalls unser Bestes gegeben, vor allem bei Songs, von denen man denkt, dass sie die breite Masse ansprechen könnten. Die Ohrwürmer sein könnten. Doch für eine wirklichen Welthit gibt so viele Variable und auch alle Labels und Radiostationen müssen mitspielen. Social Media ist auch ganz wichtig. Früher hat ma mit einem Musik-Sender oder einer Radio-Station fast die ganze Welt erreicht, heute gibts’s Tausende Möglichkeiten und nur wenn diese ganze Maschinerie zu deinem Gunsten läuft, dann klappt es. Wenn nicht, dann hast du nicht einmal mit einem neuen Bohemian Rhapsody eine Chance.

Am CD-Cover zeigen sie dick-bemalte Gesichter…
Das war die Idee eines befreundeten Fotografen, dahinter gibt es eigentlich keinen tieferen Sinn. Aber ich bin es ja gewöhnt mich auch für die Bühnen ein bisschen zu schminken. Dazu verdeckt es die Falten, Die es nach 20 Jahren im Business nun doch schon gibt (lacht). Die kommen von Trinken und vom Touren. Wie kriegt man die weg? Mit Face-Painting. (lacht)

Sie sind jetzt auch Vater. Ändert das nicht auch die Sichtweise auf das Rockstar-Leben?
Die Balance im Leben wird immer wichtiger. Aber da geht es jedem so. Es schlagen da zwei Herzen im meiner Seele. Wenn ich mit den Kids bin denke ich kaum an die nächste Cd oder das nächste Konzert. Und auch umgekehrt: Wenn ich im Studio stehe oder auf der Bühne vergesse ich oft alles andere. Wie schon gesagt: Ich genieße den Moment. Und auch die Balance. Ich gehe deshalb aber auch alles viel konzentrierter an, weil ich weiß wie wertvoll die Zeit ist. Mit den Kids und mit der Band. Das wichtigste was ich als Daddy gelernt habe, war „Nein“ zu sagen. (lacht). Und das ist auch im Job recht nützlich.

Nehmen Sie die Kinder auch mit auf Tour?
Dazu sind sie noch zu klein, aber eines Tages würde ich sie gerne mitnehmen. Doch nicht weil ich denke ich versäume etwas von meiner Vater-Zeit, sondern damit sie die Welt sehen und von den verschiedenen Kulturen lernen können. Man muss natürlich wissen, dass das kein Urlaubs-Reise ist. Das man auf Tour ist und kein Tourist. Dass der Soundcheck wichtiger ist als das Sightseeing.

Bliebt denn in Wien auch Zeit für Sightseeing?
Ich möchte diesmal auch ein bisschen Tourist sein. Aber da interessiert mich das konventionelle Sightseeing weniger. Ich möchte lieber den Vibe und die Leute spüren. Galerien, Künstlerviertel, Bars. Ich finde das hat mehr Leben als Dinge die vor ein paar hundert Jahren erbaut wurden. Die sind natürlich auch super. Vor allem in Wien, aber ich spüre und rieche eine Stadt lieber.

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