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The Parlotones: “Ein Welthit würde uns schon noch gut gefallen!”

26 Songs als große Video-Show, das brandneue Album Antiques & Artefacts und – als exklusives Tour-Merchandising – die Raritäten-Kollektion Trinkets, Relics & Heirlooms. Damit rocken The Parlotones am 24-SEP endlich wieder in Wien. Das WEGOTIT-Interview.

Am 24-SEP rocken sie im Wiener Chelsea. Was dürfen sich die Fans dabei erwarten?
Wir waren vier Jahre nicht in Österreich. Hoffentlich kennen uns die Leute noch (lacht). Scherz beiseite: Wir kommen mit einer Show, die wir gerade erfolgreich in Südafrika getestet haben: 26 Songs und dazu spielen wir die passenden Musik-Videos im Hintergrund. Eine echte Multimedia-Show, die auch unsere gesamte Karriere widerspiegelt. Songs von allen acht Alben und vier oder fünf der neuen CD Antiques & Artefacts.

Bei ihrem Wien-Konzert soll es auch eine ganz spezielle „neue“-CD zu kaufen geben…
Ja, wir haben nicht nur das aktuelle Album Antiques & Artefacts auf Vinyl dabei, sondern auch die Raritäten-Kollektion Trinkets, Relics & Heirlooms. Darauf sind einige B-Seiten, Demos, ein paar Songs von Glens Zweitband Lost&Found, Solosachen von mir und ein paar Kolloborations mit DJs dabei.

Ihre Wien-Erinnerungen?
Das allererste Mal habe ich 2010 in einem Pub (Anm: Salzberg) gespielt. Das war während der WM in Südafrika und danach haben wir dort alle gemeinsam Fußball geschaut. Solche Erlebnisse bleiben eher hängen als die „normalen“ Konzerte. Dazu habe ich bei meinen Wien-Trips einige coole Leute getroffen. Was aber noch fehlt ist das Sightseeing. Doch das werden wir diesmal nachholen, weil wir schon einen Tag vor dem Konzert nach Wien reisen werden. Generell wäre es ja meine Wunsch-Tour in jeder Stadt einen freien Tag zu haben, um sich etwas ansehen zu können. Denn eigentlich habe ich, obwohl wir schon oft in Europa gespielt haben, oft nicht viel mehr als die Hallen und die Hotels gesehen. Doch zumindest in Wien kann ich das nun ändern.

Was ist der größte Unterschied bei den Konzerten zwischen der Heimat in Südafrika und z.b. Wien?
In Südafrika sind wir natürlich bekannter und spielen mit einer größeren Produktion vor größeren Menschenmassen. Aber die Fans sind überall gut drauf und singen alles mit. Den einzigen Unterschied merkt man bloß beim Bier danach an der Bar: Die Fans haben plötzlich einen anderen Akzent (lacht).

Die Fans sind begeistert und die Songs hätten das Potenzial zu Welthits. Warum hat es mit der Mega-Karriere bislang nicht geklappt?
Das liegt wohl an einer Vielfalt von Dingen: wir waren nie bei einem Major-Label unter Vertrag sondern haben immer alles Independent gemacht und da besteht die Gefahr, dass einem die Luft ausgeht. Dass die Kohle fehlt und der große Masterplan. Man konzentriert sich auf einen Markt, dann wieder auf einen anderen, weil da vielleicht die Chancen größer sind. Diesen Fehler haben wir vor 5, 6 Jahren gemacht. Wir hätten uns wohl nur auf Europa konzentrieren sollen und nicht auch gleich Amerika erobern wollen. Da lag der Fokus falsch. Dazu gab’s Stress mit dem Label und dem Ex-Management – inklusive Rechtsstreitigkeiten und dem ganzen Drama. Jetzt sind wir neu und viel besser aufgestellt und verspüren noch immer den Hunger. Es braucht nur den einen Song, der alle begeistert und ein bisschen Glück.

An der Kreativität mangelt es ganz sicher nicht: In der Heimat tourten sie jüngst mit einem Orchester…
Das war eine unglaubliche Erfahrung und auch extrem cool die Songs in ganz neuen spannenden Arrangements zu bringen. Diese ein bisschen durchzuschütteln und etwas Frischluft einzuhauchen. Ich hatte irren Spaß bei dieser Tour und den Fans schien es auch zu gefallen: wir mussten ständig Zusatz-Konzerte anhängen.

The Parlotones, das Solo-Album Salt und zuletzt auch das Coaching für die TV-Show The Voice. Gönnen Sie sich denn gar keine Pause?
So lange die Energie passt und ich dabei Spaß habe, ist das alles kein Problem. Dazu hat ja alles mit Musik zu tun und das ist ja mein Lebenselexier. Und da ich dabei viel zu viel Spaß habe, fühlt sich das auch alles nicht nach extrem harter Arbeit an. Ich habe oft eher das Gefühl, dass ich für Dauer-Urlaub bezahlt werde (lacht).

Wie sieht eigentlich ihre Heimat Südafrika The Parlotones? Feiert man dort ihre Auslands-Erfolge oder gibt’s Neid?
Es ist eine Mischung aus beidem. Es gibt, jedes mal wenn wir in Europa auf Tour gehen, starke Kritik. Dass wir Südafrika den Rücken kehren oder dass wir Landesverräter sind. Manche Kritiker meinen gar, dass wir so eine Chance gar nicht verdienen. Doch die würden uns am liebsten ohnedies nur versagen sehen. Generell gibt es jede Menge Befürworter und auch jede Menge, die uns hassen. Aber das ist uns egal, denn wir machen das, was uns gefällt: Wenn dir das nicht passt ist es ok, wenn du bei bei unserer musikalischen Reise dabei sein willst umso besser.

Während heute Bands kommen und gehen, gibts die Parlotones nun schon fast 20 Jahre und das sogar in der selben Besetzung …
Unser Glück war wohl, dass sich der Erfolg sehr langsam eingestellt hat und nicht über Nacht kam. So konnten wir mitwachsen: als Band und auch als Menschen. Das gemeinsame Rackern für die Band hat uns so eingenommen, dass keine Zeit für Ego-Problem blieb. Und auch keine Zeit, um groß abzuheben.

Gab’s denn gar keine Probleme mit den Band-Kollegen wegen ihrem Solo-Album?
Nein, es gab keine Kritik. Weil ich ja dadurch meine Liebe und Energie für The Parlotones nicht verloren habe. Ganz im Gegenteil: jedes Side-Projekt bringt frischen Wind. Aber es gab wirklich nur Zustimmung von meinen Band-Kollegen, keine Kritik. Wann dann höchstens hinter meinem Rücken (lacht)

Wie sieht’s mit neuen Songs, mit einem neuen Album aus?
Ich habe gerade mein zweites Solo-Album fertiggestellt und nächstes Jahr wird’s wohl etwas Neues von den Parlotones geben: ich habe immer jede Menge Songs: fertige, halbfertige, Ideen, ein Refrain hier, eine Bridge da. Die muss man nur fertigstellen. Aber noch wichtiger ist die richtige Strategie dahinter. Die erarbeiten wir nun mit unserer neuen Agentur in England, denn ein Welthit würde uns schon noch gut gefallen (lacht).

Sie agieren somit trotz fast 20 Jahren Musik-Erfahrung wie Newcomer …
Genau. Wir sind noch immer die Underdogs. Aber das ist cool. In Südafrika ist die Sache ja ein bisschen anders, da sind wir schon so lange unterwegs, dass uns die Medien nicht mehr ernst nehmen. Da könnten wir mit Bohemian Rhapsody daherkommen und sie würden es ablehnen.

Werden Sie ihr zweites Soloalbum wieder mit Crowdfunding finanzieren?
Diesmal nicht. Diesmal stecke ich das Geld, das ich mit The Voice verdient habe hinein (lacht). Das ist ein Hobby oder ein Zeitvertreib, dem ich jedoch genau so viel Herzblut widme wie den Parlotones. Es wird aber ein Independent-Release bleiben: International als Download, in Südafrika als CD. Es wird auch keine große Tour dazu geben, bloß ein paar Konzerte in der Heimat. Club-Gigs für ein paar Hundert Leute.

Zum Schluss eine etwas provokante Frage: Warum sollen die Fans in Wien ihr schwerverdientes Geld am 24-SEP für ein Parlotones Konzert-Ticket ausgeben?
In Zeiten wo man alles downloaden kann, bleibt ein Konzert ein einmaliges Live-Erlebnis. Dazu waren wir vier Jahre nicht in Wien und sind schon sehr aufgeregt, dass wir wieder für die Wiener Fans spielen dürfen. Welche Gründe gibt es noch: Wir spielen alles live, wir spielen lange – 26 Songs – und wir zeigen die alten Videos. Und falls das noch immer nicht reicht, dann gibt’s am Merchandising-Stand eine Raritäten-CD, die es sonst nirgendwo gibt (lacht).

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