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Parov Stelar: “Robbie hat schon 4 Songs von mir!”

Über 150 Millionen Youtube Klicks, 6 Amadeus Awards, ausverkaufte Konzerte auf der ganzen Welt und eine Song-Anfrage von Robbie Williams. Parov Stelar ist unser größter Musik-Export! Am Donnerstag (30-APR) swingt Marcus Füreder 12.000 Fans (!) in der Wiener Marx Halle. Am Freitag (01-MAI) kommt die neue Hit-CD The Demon Diaries. Das WEGOTIT-Interview: Marcus Füreder über Erfolg, Dämone und den Robbie-Deal.

Am Donnerstag (30-APR) gibt’s sowohl Ihre neue CD The Demon Diaries als das große Wien-Konzert in der Marx-Halle – was ist wichtiger?
Wichtig sind beide. Ein Album ist vielleicht nachhaltiger doch ein Konzert kann schon in sehr kurzer Zeit eine wahnsinnige Energie auslösen.

In Wien kommen 12.000 Fans – für eine österreichischen Act ist das schon die Oberliga …
Ich weiß gar nicht wie groß die Halle ist. Aber ich kann mich nicht beschweren.

Ist das ein Heimspiel? Oder nur eines von von vielen auf einer großartigen Welttournee?
Nein, das ist schon etwas ganz spezielles. Daheim zu spielen. Wien ist zwar nicht genau mein Heimspiel, aber das ist schon mein Land und daher etwas ganz spezielles und deshalb bin ich davor auch sehr sehr nervös.

Wie zeigt sich diese Nervosität?
In dem ich vorher alles drei mal kontrolliere, ob eh alles passt und alles hinhaut. Ich will wir natürlich nicht daheim vor den eigenen Leute die Blösse geben. Da muss alles hinhauen.

Das Heimspiel in Linz Ende März hat ja mehr als funktioniert. Da waren ja fast mehr Fans als bei ihrem zukünftigen Partner Robbie Williams…
Ich glaube wir beide haben das ausverkauft (lacht) Mehr Fans passen einfach nicht rein in die Halle.  Die TipsArena auszuverkaufen, da weiß man als Musiker schon, dass man angekommen ist. Doch damit wird es gleichzeitig auch schwieriger: was mache ich denn das nächste Mal? Verkaufe ich das wieder aus? Und wiederholen möchte ich mich ja auch nicht.

Spielt man dann bald in Linz und Wien im Stadion? Sind das Ziele?
Wenn ich ehrlich bin: Nein. Die Musikbranche ist manchmal so eine Bitch. Es kann von heute auf morgen vorbei sein. Oder man kann von heute auf morgen der absolute Superstar sein. Planbar ist das nicht. Gerade in der jetzigen Zeit, wo sich die Generation Internet etabliert hat, ist es noch schwieriger zu planen. Man kann weder mit viel Krampf noch mit viel Geld einen Hit machen. Man kann es zwar probieren, aber das heißt noch lange nicht dass es funktioniert. Authentizität ist gefragt. Das ist Schlüsselwort. Man kann nur authentisch bleiben und hoffen das es funktioniert. Aber ich plane schon lange nichts mehr. Ich versuche am Boden zu bleiben – auch um mich vor Enttäuschungen zu schützen.

Brauchen Sie, suchen Sie, wollen Sie denn den ganz ganz großen Hit?
Das ist sicher nichts das ich anstrebe. Parov Stelar ist inzwischen sicher für einen Sound bekannt und nicht für einen Song. Das ist der große Vorteil, den ich habe, denn ein Song ist schnell wieder vorbei. Der dauert genauso lang wie der Song ist und ist dann auch schon wieder vorbei. Man sieht das ja auch: Da gibt es Acts die haben Radiohits, die werden in bis zu 10.000 mal in Deutschland pro Monat im Radio gespielt und zum Konzert kommen dann gerade mal 400 Leute. Weil die Manschen gar nicht mehr die Person, den Act oder das Gesicht kennen, sondern einfach nur den einen Radio-Hit. Doch wenn das so gewachsen ist wie bei mir, wo uns die Fans der Musik wegen kennen und wofür Parov Stelar steht und es passiert dann, dass ein Radio-Hit dabei ist, dann ist es ok. Und wenn es nicht ist, dann ist es auch ok. Ich habe nach wie vor meinen Freiheit. Und kann tun was ich will.

Eine große Freiheit ist ja, dass sie anders als z.B. Robbie Williams, der sich ja ständig vor verstecken muss, ein relativ normales Leben führen können …
Das ist richtig und das war mir auch von Anbeginn her extrem wichtig. Deshalb halte ich meine Interviews und Fotosession so rar wie möglich. Man kommt nicht ganz ohne aus, aber für mich ist das so richtig. Ich bin jetzt 40 und ich würde ganz gerne ein normales Leben führen. Teilweise spüre ich das auch in Österreich, dass mich die Leute bei Essen anstarren. Das ist gar kein angenehmes Gefühl. Vielleicht hätte mir das mit 23 gefallen, da wäre mir das wohl massig cool vorgekommen, aber irgendwann ist Schluss mit lustig. Vor allen wenn man ein kleines Kind hat und abends um 22 Uhr die Fans an der Türe läuten und ein Autogramm wollen. Das ist unspannend.

Kriegt ihr Sohn mit, dass Papa ein Star ist?
Nein, der ist ja erst drei Jahre alt. Der sagt: Papa weggeflogen, Papa wieder gelandet, Papa geht arbeiten. Für ihn ist das meine Arbeit. Auch wenn ich produziere kommt er ständig ins Studio und schaut sich ganz neugierig alles an. Das ist normal. Für ihn ist das ganz einfach die Arbeit vom Papa.

Nehmen Sie ihn eigentlich auf Tour mit?
Da ist er einfach noch zu klein, das wäre zu stressig. So ein kleines Kind braucht seine Routine und die kann man auf Tour nicht gewährleisten. Selbst für Erwachsene nicht. Das wäre nicht lustig. Da muss er etwas älter werden. Vielleicht findet er das mit 10, 12 dann spannend.

D.h. er bleibt daheim bei der Oma?
Nein, er bleibt bei der Mama.

Seine Mana, Ihre Frau Lila Bloom, ist auch extrem erfolgreich. Wie funktioniert das?
Gut! Das ist die beste Kombination! Dadurch dass wir beide im gleiche Metier arbeiten versteht sie was ich mache und ich verstehe was sie macht. Für tägliches Zusammenleben ist dieser Job ja einheitlich ein Killer. Wenn der andere nicht versteht, dass du gerade mitten drinnen in einem Projekt steckst und mal zwei Tage untertauchst oder in einer anderen Zeit lebst, dann wird das unweigerlich zum Eklat führen. Doch wir verstehen uns sehr sehr gut und vor allem auch das was der andere macht.

Trotzdem bleibt sie nun daheim beim Kind. Kann ihre Triumphe nicht erleben. Dabei will man doch gerade gerne mit dem Partner teilen …
Das haben wir ohnedies jahrelang gemacht. Natürlich ist sie manchmal traurig, weil sie sagt das eine oder andere hätte mir schon gefallen: die Festivals oder in Paris vor 100.000 Fans zu spielen, denn das erlebt man nicht jeden Tag. Das ist schon was schönes,  wo ich mir auch denke, das wäre jetzt cool wenn sie dabei wäre. Doch andererseits hat uns unser Sohn soviel zurück gegeben, dass man gerne auf vieles verzichtet und live hat sie mich ja ohnedies schon fünfhundert mal gesehen (lacht).

Denkt man sich da: ein zweites Kind wäre auch fein?
Das wissen wir nicht. Wir sind ja doch nicht mehr die allerjüngsten und als Künstler bist du in einer gewissen Art und Weise trotzdem ein Egoist. Und Egoismus und Kind passen eigentlich nicht wirklich zusammen. Und das alles nochmal von vorne zu beginnen? Ich glaube nicht. Wir haben jahrelang auf der Überholspur gelebt und auch mit Kind. Irgendwann merkt man dann, dass es an die Substanz geht. Ein zweites Kind steht in den Sternen. Wenn eines kommen will dann kommt es sowieso. Die lassen sich ja sowieso nicht reinreden. Die kommen einfach daher. Die kleinen G’fraster (lacht).

Auf der neuen CD The Damon Diaries singt auch Anna F. mit…
Zur Anna F gebe ich keinen Kommentar ab. Mir hat ihre Stimme gefallen, sie hat das zurück geschickt. Das war’s.

Welche Dämonen habe sie auf The Demon Dairies niedergeschrieben?
Den eigenen Dämon natürlich! Der, der dich nie schlafen lässt. Der, der dich nie zur Ruhe kommen lässt. Der, der dir immer im Genickt sitzt und sagt: arbeite was, tue was, schreib was!

Sind sie denn ein Getriebener?
Das ist genau der Dämon von dem ich rede. Das ist die Getriebenheit die einem nicht los lässt: einerseits berauscht sie einen, aber andererseits fordert sie auch ihren Tribut ein. Man kommt nie zur Ruhe. Ich habe gerade mein Album abgeliefert und sitze nun schon wieder seit einer Woche im Studio und ärger mich, dass ich eigentlich nichts zusammen bringe. Da denke ich mir: „Wozu denn überhaupt? Das Album ist noch nicht einmal im Handel und du stresst dich schon wieder mit einem Neuen.” Das ist eigentlich krank, aber das ist eben der Dämon!

Es ist aber nicht so, dass Sie das bereist fertige Album noch einmal ändern wollen?
Sobald das Album fertig ist und sobald es gepresst ist werde ich es wohl das nächste Jahr lang nicht hören. Ich höre es mir nicht mehr an, denn das habe ich zuvor schon 3000 Mal gehört und was liegt das pickt. Das ist abgeschlossen.

Wanda, Nazar, Bilderbuch – aktuell boomt die heimische Musikszene wie nie zuvor. Sehen Sie sich überhaupt als Teil davon?
Parov Stelar ist eigentlich sowohl in Österreich als auch im Ausland nie als heimische Band wahrgenommen worden. Doch was diese Jungs machen ist großartig. Die sind aber alle ganz klar als österreichische Band positioniert. Das ist jetzt endlich Österreichische Musik. Etwas das ich sehr begrüße, denn das hat ohnedies viel zu lange gedauert, dass das wieder cool und hip ist. Die liefern Qualität ab und gehen mit einem Selbstvertrauen rein, was man auch braucht. Für mich war das nie relevant und das ist wohl auch der Grund warum die österreichischen Medien mit Parov Stelar nichts anzufangen wussten. Da singt keiner so wirklich, das ist nicht auf Deutsch, der Trompeter kommt aus Amerika, die Sängerin ist aus Kroatien, der Schlagzeuger ist ein halber Schwede – das ist ein Internationales Ding und da gibts keine so wahnsinnigen Österreich Bezug.

… und der Chef versteckt sich im Nebel hinter seinem Mischpult…
… genau. Und der gibt auch keine Skandale her. Was soll man da jetzt schreiben über den Deppen? (lacht)

Die Erfolge sprechen aber für sich. Doch de facto sind Ihre Berührungspunkte mit der Szene das eine Mal im Jahr wo Sie sich wieder den Amadeus abholen, oder?
Im Endeffekt ja. Im Endeffekt ist es auf das reduziert. Ich bin nicht so wahnsinnig viel in Österreich. Mir macht die Musik an sich so viel Spaß. Und es ist natürlich schon klasse wenn man mit Leuten wie Robbie Williams, Lana del Rey oder Bryan Ferry zusammenarbeiten kann. Ich sehe das dann etwas von der anderen Seite, merke aber auch, dass auch dort ganz viele Leute im Hintergrund stehen, die die eigentliche Arbeit machen. Die eigentlich der treibende Punkt sind und gar nicht die Galionsfigur davor. Und dieser Tätigkeitsbereich interessiert mich viel mehr, weil man dabei noch ein halbwegs normales Leben führen kann.

Sie liefern auch für den neuen Stermann-Grissemann-Film Drei vier im Glas den Soundtrack…
Ich mag alles was die beiden manchen. Das sind sehr nette Menschen. Natürlich ist das eine schräge Geschichte, aber das hat extrem Spaß gemacht. Ich habe mich echt gefreut, dass sie mich gefragt haben.

Zurück zu Robbie Williams. Wie war ihr Treffen mit Guy Chambers?
Das war eigentlich sehr entspannt. Was soll ich sagen: das ist ein Mensch wie jeder andere auch. Ich habe inzwischen das Glück gehabt viele solcher Menschen kennen zu lernen und da verliert man dann auch die Scheu. Es ist eine spannende Geschichte. Ich werde das aber auch nicht glorifizieren, weil man ja nie weiß was dabei raus kommt. Das schönst war allerdings, dass er von sich aus zu mir gekommen ist. Denn es ist eine Sache, ob man selbst gerne möchte, oder ob die andere Seite gerne möchte. Das ist natürlich eine große Ehre. Ich durfte schon das neue Robbie Williams Album hören, das wird sicher wieder ein cooles Teil werden. Und es ist schön dabei ein bisschen hinter die Kulissen blicken zu dürfen, was sich bei so eine waschechten Popstar wirklich abspielt.

Was genau will Robbie Williams von ihnen?
Ganz klassisch: Er hätte gerne einen Song! Oder mehrere. Songwriting. Robbie Williams ist anscheinend ein großer Fan von Parov Stelar und würde wahnsinnig gerne etwas in diese Richtung versuchen.

Und da haben Sie den einen oberen anderen Song in der Schublade, wo Sie sagen „Ich habe eigentlich nur gewartet, dass Robbie anruft“ oder muss man da anders rangehen?
Gar nicht! Er hat mich ja genau deshalb ausgesucht, weil ihm das gefällt was ich mache. Ich bin ein Workaholic – ich habe soviel Songs und Layouts liegen, dass ich ihm jetzt bereits schon vier geschickt habe. Wir sind in Diskussionen, aber ich glaube es wäre falsch, wenn ich jetzt plötzlich für den Robbie Williams zu produzieren anfange, den das macht ja ohnedies schon Guy Chambers. Doch die sind eben aus genau dem Grund zu mir gekommen, weil sie sich eben von mir etwas anderes erwarten. Wo der Guy Chambers sagt: „Diesen Part kann ich nicht abdecken. Das kann ich nicht.“ Gleichzeitig muss ich sagen: Ich habe Songs von Robbies neue, Album gehört, das ist großes Kino. Richtige Stadien-Musik. Da muss dann ich sagen: “das kann ich nicht. Da fehlt mir der Zugang.” Doch es wird ein schönes rundes Album. Wenn man sich Robbies Produktion anhört, dann sind die sehr verschieden. Nicht nur rauher Britpop wie bei Oasis, sondern da ist alles mögliche dabei.

Haben Sie sich Robbies Konzert in Linz eigentlich angesehen?
Ja, weil er mich gebeten hat. Damit ich noch besser verstehe was er macht und will. Es war beeindruckend. Er ist ein großartiger Entertainer. Er hat sich über die Jahre den Respekt erarbeitet und hat es geschafft sich von seinem Teenie-Image zu befreien. Das hat er sich wirklich schwer erarbeitet. Er ist zwar vielleicht nicht der Über-Sänger aber er ist ein Gesamtpaket. Robbie ist Robbie. Und er hat sich selbst zu einer Marke gemacht. Das muss man erst mal schaffen.

Auch Parov Stelar ist eine Marke. Denk man sich da: gemeinsam knackt man dann auch den US-Markt, etwas das Robbie ja schon immer wollte?
Das kann ich überhaupt mich sagen. Es heißt ja noch lange nicht, dass wir wirklich zusammen kommen, denn ich werde mich auch von einem Robbie Williams nicht verbiegen lassen! Man muss sich das anschauen, ob die Chemie wirklich passt. Ob wir beide an dem selben Strang ziehen. Ich glaube auf jeden Fall, dass er damit neue Fans gewinnen kann – und auch umgekehrt. Aber planen kann man es nicht.

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