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Gabalier: “Die Lederhose darf ich nicht ausziehen!”

Was liegt bei Gabalier am Nachtkästchen, hat er eine Putzfrau und was läuft mit Sylvia Schneider? Der Er-Volksheld ganz privat.

“Darf ich vorher nur kurz Lulu gehen?” Andreas Gabalier ist ein Getriebener. Knapp eine Million verkaufte CDS, über 150.000 Konzertbesucher und jeden nur erdenklichen Award – Österreich hat er schon erobert. Deutschland und die Schweiz eigentlich auch. Jetzt setzt der VolksRock’N’Roller zum Sprung in die USA an. Die aktuelle CD Home Sweet Home, ein sicherer Nummer-eins-Hit, hat er teilweise in Nashville aufgenommen. Synonym für (s)ein Leben auf der Überholspur. Daheim ist er kaum. Für eine Beziehung ist bis auf ein paar Abenteuer keine Zeit. Und das Plan-Soll ist erfüllt. Trotzdem zieht er weiter die Karriere dem Studium und vor allem der Liebe vor. Mit uns sprach er über das Leben als Österreichs Nummer Eins.

Muss man denn nach Nashville, um englisch singen zu können?
Die Reise war das Ziel. Das war ein langgehegter Wunschtraum von mir, die Country-Clubs und Blues-Bars mal an zu schnuppern. Natürlich hätte ich das auch in Europa aufnehmen können, aber erst die Reise gab dem Album die passende Story.

Sind diese englischen Songs, ein erster Schritt Richtung internationaler Karriere?
Ich glaube nicht. Es sind ja nur zwei englische Songs drauf. somit wird das wohl kein internationaler CD-Erfolg werden.

Trotzdem sind Sie ständig auf Achse. Wie oft schlafen Sie denn eigentlich noch daheim?
Selten! Vielleicht 50, 60 Tage im Jahr.

Wie sieht es denn bei Andreas Gabalier daheim aus? Zusammengeräumt oder total verwaist?
Da ist super zusammengeräumt. Eben weil ich fast nie zuhause bin. Die Wäsche wasche ich gleich. Mein erster Gang ist immer zur Waschmaschine. Die Wäsche hänge ich dann raus. Die Nachbars-Oma kommt es holen und bügelt die Sachen die zum Bügeln sind. Der Kühlschrank ist leer. Bis auf ein paar Getränke-Dosen und ein paar alte Zwiebeln.

Was liegt bei Ihnen am Nachkästchen?
Das 5er iPhone, mein iPad und eines meiner rot-weiß-karrierten Schneuztüchln.

Haben Sie eine Putzfrau?
Ach wo. Ich habe immer noch meine alte Studentenwohnung. Da sauge ich alle paar Monate einmal durch. Weil da ist ja eh kaum Betrieb, das verstaubt nicht so stark.

Wo bewahren sie die vielen Goldenen Schallplatten auf?
Viele stapeln sich unter dem Bett. Denn die Wände sind dafür schon zu knapp. Und immer nur das eigene Gesicht will ich mir auch nicht überall in der kleine Wohnung aufhängen.

Kochen sie eigentlich selbst, wenn sie daheim sind?
Auch, aber am liebsten geh ich zur Mama. Dann gibt’s Lasagne und Tiramisu oder Schweinsbraten und Kaiserschmarrn. Meine Leibspeise sind aber Käsekrainer vom Würstelstand und selber koche ich gerne Griechisches Rindersteak. Mein Rezept dafür ist weit über die Steiermark hinaus begehrt..

Welchen Wunsch würden Sie sich noch gerne erfüllen?
Ein kleines Häuserl wird schon kommen. Ich halte immer wieder nach eine netten Grundstück bei mir in der Gegend Ausschau. Aber ich habe da keinen Stress. Und natürlich meine Almhütte. Das muss irgendwann einmal sein. Ich schaue immer wieder, aber das muss hundertprozentig passen. Da sollte auch ein Bauer in der Nähe sein, der immer wieder mal drauf schaut. Der im Winter Schnee schaufelt oder einheizt, bevor ich heim komme.

Wie schalten Sie ab?
Ich setze mich nach wie vor gerne aufs Motorrad und habe es heuer allein mit Kurzausflügen schon auf 1.500 Km geschafft. Und das trotz des miesem Wetters. Da fahr ich zur Oma auf ein Mittagessen oder zu meinen Cousins aufs Lachtal auf eine Fisch. Da vergesse ich alles rund um mich. Fürs Bergsteigen war das Wetter bislang zu schlecht und zum Skifahren bin ich heuer auch fast gar nicht gekommen.

Wie viele echte Freunde haben Sie?
Eine Handvoll. Der Frühwirt, dem ich ja schon einen Song gewidmet habe. Meine Volksschul Kumpel Clemens und Max. Dazu Arno und Markus. Die bremsen mich nicht ein, sondern die freuen sich richtig. Da schicke ich kurzfristig eine SMS: “Um 18 Uhr bin ich im Kirscherl”. Wer kommt über den freue ich mich, wenn nicht passt es auch.

Üben die Freunde denn auch Kritik?
Sicher, logisch. Da wird viel diskutiert. Was ihnen gefällt, was sie bewundern, was sie weniger schätzen. Das sind Ratschläge, die man annimmt. Auf die man hört.

Kann Andreas Gabalier noch ganz normal einkaufen gehen?
Sicher! Da werden natürlich schon immer wieder viele Fotos geknipst, aber ich trotze diesem Starstatus entgegen, weil ich will das gar nicht sein. Ich trete nicht mit Bodyguards auf und will auch keine Sonderbehandlung, weil mir das peinlich ist. Manchmal setzte ich mir höchstens ein Kapperl auf. nicht weil ich mich tarnen will, sondern weil ich oft in der früh zu faul bin mich zu frisieren. Die Leute sind eh allesamt freundlich und geben bald Ruh. Ich möchte mir mein leben nicht durch den Erfolg nehmen lassen.

Gibt’s denn gar keine Schattenseiten?
Ich lasse es einfach nicht zu. Selbst wenn irgendwelche News-Journalisten irgendwelchen Scheißdreck über meine Konzertgagen verfassen müssen, dann finde ich das nur traurig.

Spüren Sie Erfolgs-Druck?
Überhaupt nicht. Für mich nicht, für die Plattenfirma vielleicht schon. Dass meine neuen Versuche vielleicht auch andere Türen öffnen. Aber ich mache mir da keinen große Kopf: Wenn man das entspannt angeht, wird auch der Erfolg weiter gehen. Ich hätte im Herbst auch aufhören können, denn mein Plattenvertrag war abgelaufen. Ich hätte also auch die Musik bleiben lassen können und wieder zurück auf die Uni gehen können. Das Studium fertig machen. Denn das Soll war erfüllt. Doch natürlich war es für die eigene Befriedigung klar, dass ich weitermache.

Welche Ziele hat man nach all den Erfolgen eigentlich noch?
Ich wünsche mir, dass das schon noch eine Zeitlang so weiter geht. Und bei meinen nächsten großen Open Air Shows möchte ich von einem 140 Meter hohen Kran einfliegen.

Lederhose, Karohemd, Haartolle. Sind sie ihr Image nicht schon leid. Möchten sie das nicht mal ändern?
Das geht nicht! Der rote Faden ist da und das bin auch ich! Das wäre ein Blödsinn da groß was zu ändern. Ich entwickle mich lieber musikalisch weiter. Die Lederhose darf ich nicht ausziehen und die möchte ich auch gar nicht ausziehen.

Wie wichtig ist ihnen gutes Aussehen?
Ein g’standener Steirerbua braucht kein Fitnessstudio, der schaut von Haus aus gut aus.

Sie brauchen also gar kein Training?
Doch! Ich gehe immer wieder in den Hotels schwimmen. Ich hab mir im September ein neues Mountainbike gekauft und presche täglich 30 Minuten lang durch die Hügel bei mir in Petersbergen.

Verwenden Sie Schönheits-Cremen?
Negativ. Die gute alle Nivea, die tut es schon seit 28 Jahren. Was damals für den Hintern gut war, soll jetzt dem Gesicht nicht schaden.

Was Läuft eigentlich mit Puls-4 Lady Sylvia Schneider? Ist das Ihre neue Freundin?
Ein reizendes Fräulein, dass ich immer wieder gerne treffe. Man versteht sich, man trifft sich bei Veranstaltungen, man trinkt mal was. So wie ich mit manchen Journalisten gerne treffe. Und da ich habe dann schon gelesen, dass ich schwul sei. Doch dieses Promigeflüster gehört dazu. Das ist nicht nur sie. Das ist in Deutschland jede Woche eine andere. Doch mein Herz ist nach wie vor dazu haben.

Würden Sie denn für die Liebe die Karriere opfern?
Nein, wenn das ein Muss ist. Wenn sich ein Mäderl einbildet, dass ich für sie das singen bleiben lassen soll, dann ist sie die falsche. Ich habe so viel Spaß dabei, dass ich das nicht so schnell aufgebe. Für niemanden.

Kämpfen Sie mit gar zu aufdringlichen Fans?
Nein eigentlich überhaupt nicht. Das Autogramm-schreiben wird immer wilder, und bei den Konzerte fliegen auch manchmal BHs aber sonst ist mein Fankreis sehr entspannt. Die wissen sich zu benehmen. Jeder freut sich mit mir. Es gibt eigentlich keine deppaten Leute, die ungut kommen.

Hubert von Goisern wird auf Ö3 gespielt wird, Andreas Gabalier aber nicht. Schmerzt das?
Es ist wie es ist. Ich glaube Ö3 kann nicht anders, weil sie von Anfang an nicht dabei waren. Nicht dabei sein wollten. Und jetzt wo es auch ohne Ö3 so gut läuft bringen sie es nicht übers Herz, dass sie das spielen. Doch wer nicht will der hat schon mal. Falco haben sie damals auch kaum gespielt. Und jetzt sind sie die großen Falco-Erfinder. Ohne Worte! Doch mir ist das egal.

Haben Sie Neider?
Neider gibt’s genug, bestimmt. In der Branche, in der Presse. Doch ich genieße das, weil es mir zeigt, dass mein Erfolg niemand kalt lässt. Scheinbar polarisiere ich schon so stark, dass keiner mehr um mich rum kommt. Neider wird es immer geben, klar. Doch die können mir den Buckel …

Sehen Sie nach all den Erfolgen Platz 2 schon als Niederlage
Nein, weil ich ja gar nicht so viele Nummer-Eins Hits hatte. Als Single überhaupt nur Go For Gold. Mir ist eine Kontinuität wichtiger als nackte Chart-Zahlen. Erfolg ist für mich nicht Platz eins, sondern die 15.000 Leute die im Regen zu meinen Songs Emotionen zeigen.

Ihr Erfolgsgeheimnis?
Die Konzerte! Da pfeiffe ich auf jeden Nummer-eins. Auf jede Goldene. Nur das live spielen zählt.

Hubert von Goisern warf ihnen beim Amadeus jedoch vor dass sie Playback spielen…
Der ist ein erwachsener Mann, da sollte man meinen, er weiß wovon er spricht. Aber er ist herzlich zu meinen Konzerten eingeladen. Ich habe diese unnötige Meldung nicht verstanden. Vor allem wenn man in der Rede hört, dass er mit Neid nichts anfangen kann. Mich hat er immer inspiriert, ich habe einigen Konzerte von ihm gesehen und mir gefallen vor allem die alten Songs, die ja meinen nicht so unähnlich sind.

Suchen Sie die Aussprache? Gehen sie mit ihm auf ein Bier?
Ich habe 2012 beim Amadeus mit ihm ganz gemütlich ein Bier getrunken und deshalb hat mich die Aussage noch mehr verwundert. Korrekt war es nicht, weil wir alles live spielen.

Wird man mit der Zeit vorsichtiger gegenüber den Medien?
Nein, überhaupt nicht! ich sage mir was ich mir denke, auch In der Goisern-, oder News-Causa. Denn das war echt nicht ok.

Wann werden Sie leiser treten?
Erst 2014. Da wird es ganz sicher keine neue CD geben und auch keine große Tour. Bloß ausgewählte große Open-Air Konzerte. Am 15. August in der Krieau und am 16.8. in Graz z.B. Dazu gibt es Anfragen für einige Filmprojekte.

Was reizt sie am Film?
Das ist spannend und das habe ich noch nie gemacht. Das wäre schon etwas, das mir sehr gefallen würde. Ein richtig geiler, erdiger heimatlicher Kinofilm. Kein schmuddeliger Lederhosen-Klamauk, sondern etwas wirklich kultiges. So wie Muttertag.

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